Das Museum of Modern Art, New York, (MoMA) und die Nationalgalerie sind hocherfreut, mehr als 200 Kunstwerke, die zusammen einen leuchtenden Überblick über die Moderne Kunst seit 1880 geben, aus der Sammlung des MoMA in der Neuen Nationalgalerie, einem der wichtigsten Bauten des 20. Jahrhunderts, zu zeigen. Die umfangreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen des Museums in New York machen es möglich, dass in der Ausstellung „Das MoMA in Berlin“ eine Reihe von Werken zu sehen sind, die äußerst selten reisen und international daher nur wenig bekannt sind.

Die Geschichte des Museums

Seit seiner Gründung 1929 hat das MoMA traditionsreiche und wertvolle Beziehungen mit verwandten Institutionen in Deutschland, aber ganz besonders mit der Nationalgalerie in Berlin. Diese Beziehungen begannen noch bevor das MoMA gegründet wurde: Unmittelbar vor der Gründung reiste Alfred H. Barr, Jr., der Gründungsdirektor des MoMA, nach Dessau zum Bauhaus und besuchte auf dieser Reise auch noch weitere Architekten, private Sammler und Museen in ganz Deutschland. In Berlin besichtigte er die Galerie für zeitgenössische Kunst der Nationalgalerie, die seinerzeit die beste und umfassendste Sammlung von neuer deutscher Kunst zusammengeführt hatte. Diese Reise hat viel dazu beigetragen, Barrs Verständnis von europäischer Avantgarde-Kunst zu klären und seine Vision eines Museums für Moderne Kunst als multidisziplinäre Institution zu bestärken.

museumDer enge Kontakt des MoMA mit Deutschland – seinen Künstlern, Architekten und Wissenschaftlern – hat nunmehr eine Geschichte von über 75 Jahren. Dieser begünstigte während der ersten Jahre Barrs pionierhafte Ankäufe deutscher Kunst wie zum Beispiel die Werke von Otto Dix und Max Beckmann, die 1932 respektive 1942 in die Sammlung kamen, und hält bis heute an, wie der Ankauf von Gerhard Richters Werkzyklus „18. Oktober 1977“ im Jahr 1995 zeigt. Diese beispiellose Repräsentation von moderner Kunst aus Europa in einem amerikanischen Museum hat gleichermaßen den Wunsch hervorgebracht, Ausstellungen zu konzipieren, die einem europäischen Publikum die neuen Generationen amerikanischer Kunst, vom abstrakten Expressionismus bis zur nachfolgenden Generation von Avantgarde-Kunst aus den Vereinigten Staaten, nahebringen. „Das MoMA in Berlin“ knüpft in vielfältiger Weise an diese traditionsreichen, sich gegenseitig fördernden Beziehungen an.